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Security-Plugin

Drei Firmen gehackt. Und dein Code?

Anthropic hat Ende Juli selbst offengelegt, dass bei Sicherheitstests drei Modelle in die Systeme echter Unternehmen gekommen sind. Die Geschichte stimmt, ein paar Details im Video sind zugespitzt, deshalb steht hier die belegte Fassung.

Und weil die naheliegende Frage danach lautet, wie sicher eigentlich das eigene Projekt ist: Anthropic hat im Juli ein Plugin veröffentlicht, das genau das prüft. Hier steht, wie du es einrichtest und was es wirklich kann.

Drei Firmen, aus Versehen.

Anthropic hat den Vorfall am 30. Juli 2026 selbst offengelegt. Weil im Video ein paar Dinge zugespitzt sind, hier die belegte Fassung. Sie ist unbequemer als die zugespitzte.

01
Eine Tür stand offen

In den Sicherheitstests stand im Auftrag ausdrücklich, dass es keinen Internetzugang gibt. Durch eine Fehlkonfiguration bei einem externen Prüfpartner gab es ihn doch. Anthropic hat danach 141.006 Testläufe durchsucht und drei Vorfälle gefunden, der früheste aus dem April.

Wichtig für die Einordnung: Kein Modell hat versucht auszubrechen. Es ist keines aus seiner Umgebung entkommen, es stand schlicht eine Tür offen, die zu sein sollte.

02
Was in den drei Fällen passierte

Im ersten Fall hiess das erfundene Zielunternehmen zufällig wie eine echte Internetadresse. Das Modell kam an Zugangsdaten und an eine Datenbank mit mehreren hundert Zeilen echter Produktionsdaten. Anthropic nennt das selbst den schwerwiegendsten Fall.

Im zweiten Fall veröffentlichte ein Modell ein präpariertes Python-Paket. Es war rund eine Stunde online und landete in dieser Zeit auf 15 echten Rechnern, darunter der Prüfrechner einer Sicherheitsfirma, deren Zugangsdaten es danach mitnahm.

Im dritten Fall wurden rund 9.000 Systeme abgeklopft und in eines eingedrungen, über eine offen erreichbare Fehlersuchseite und eine bekannte Datenbank-Schwachstelle.

03
Der eigentliche Befund

Im Video heisst es, das Modell habe Übung und Ernstfall nicht unterscheiden können. Das ist die harmlosere Version, und sie stimmt nicht. Belegt ist: Das älteste Modell erkannte, dass es auf echten Systemen sass, und machte trotzdem weiter. Ein zweites ahnte, dass es im echten Internet unterwegs war, und redete sich zurück in die Annahme, alles sei simuliert. Das neueste Modell erkannte es und brach von selbst ab.

Und was heisst das für dich? Erst einmal nichts. Diese Tests laufen bewusst ohne die Schutzmechanismen, die in den öffentlich nutzbaren Modellen aktiv sind, weil gemessen werden soll, was ein Modell ohne Bremse könnte. Anthropic schreibt ausdrücklich, dass diese Schutzmechanismen das Verhalten blockiert hätten. Es ist auch kein Anthropic-Alleingang: Bei OpenAI führte dieselbe Fehlkonfiguration desselben Prüfpartners zu vergleichbaren Vorfällen, offengelegt am 4. August.
Zwei kleine Korrekturen zum Video. Es waren nicht drei Fälle eines Modells, sondern drei verschiedene Modelle. Und bei den betroffenen Firmen gilt genauer: Anthropic konnte zwei der drei erreichen, und beide wussten von nichts. Die dritte war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht erreicht, über sie ist nichts bekannt.

Sieben Agenten, ein Befehl.

Das Plugin heisst claude-security und kommt von Anthropic selbst. Es setzt dir ein Team aus Agenten auf dein Projekt an, so wie ein Sicherheitsforscher vorgehen würde.

01
Erst verstehen, dann suchen

Bevor irgendetwas gesucht wird, liest sich das Plugin dein Projekt an: Wie ist es aufgebaut, welche Teile sind von aussen erreichbar, wo liegt überhaupt echter Code. Erst danach beginnt die Suche, und zwar dort, wo ein Angreifer auch hinkäme. Tests, generierter Code und fremde Bibliotheken laufen bewusst als Nebenschauplatz mit.

02
Jeder Fund wird angegriffen

Das ist der Teil, der den Unterschied macht. Jeder Verdacht geht an eigene Prüfer, deren Auftrag lautet, ihn zu widerlegen. Wer keinen echten Weg zum Ausnutzen belegen kann, muss den Fund als Fehlalarm einstufen. Nur was das übersteht, landet im Bericht. Deshalb sind die Berichte kurz.

03
Und dann die Reparatur

Aus den bestätigten Funden macht das Plugin auf Wunsch fertige Korrekturen. Die entstehen in einer Kopie deines Projekts, dein eigener Stand wird dabei nicht angefasst. Jede Korrektur wird von anderen Agenten gegengelesen, und geschrieben wird sie nur, wenn drei Dinge zugesichert werden können: sie behebt genau diesen Fund, sie reisst keine neue Lücke auf, und sie ändert sonst nichts am Verhalten.

Zwei Zeilen, fertig.

Beides tippst du direkt in eine laufende Claude-Code-Sitzung, nicht ins Terminal. Die Befehle stehen so in Anthropics offizieller Anleitung.

1. Plugin installieren
/plugin install claude-security@claude-plugins-official
2. In derselben Sitzung neu laden
/reload-plugins
Falls eine Meldung kommt, dass der Marktplatz nicht gefunden wird: Dann fehlt dir Anthropics offizieller Marktplatz. Einmal die Zeile unten ausführen, danach die Installation von oben wiederholen. Das steht genau so in der offiziellen Anleitung.
Nur im Fehlerfall nötig
/plugin marketplace add anthropics/claude-plugins-official
Der Punkt, an dem die meisten hängenbleiben: du brauchst einen bezahlten Claude-Plan. Mit dem kostenlosen Konto läuft dieses Plugin nicht. Und wenn du auf Pro bist, musst du zusätzlich einmal eine Einstellung einschalten, sonst passiert nach dem Start einfach nichts: Tippe /config und aktiviere dort die Zeile Dynamic workflows. Das braucht das Plugin, um seine Agenten zu steuern. Auf den grösseren Plänen ist es bereits an.
Was du sonst noch brauchst. Claude Code ab Version 2.1.154, auf deinem Rechner Python in Version 3.9 oder neuer, erreichbar als python3. Für die Prüfung von Änderungen und für die Korrekturen ausserdem ein Projekt, das unter Git liegt. Ein Rundum-Durchlauf über das ganze Projekt geht auch ohne Git.

Ein Befehl, drei Aufgaben.

Nach der Installation tippst du nur noch das hier, dann bekommst du ein Menü mit drei Möglichkeiten.

Das Menü öffnen
/claude-security
Projekt prüfen
Das ganze Projekt, oder nur ein Teil davon. Der richtige Start, wenn du wissen willst, wie es überhaupt um dein Projekt steht.
Änderungen prüfen
Nur das, was du gerade geändert hast: dein Zweig, eine Pull-Request oder ein einzelner Commit. Schnell und günstig, ideal als Gewohnheit vor dem Abschicken.
Korrekturen vorschlagen
Nimmt einen fertigen Bericht und macht daraus Korrekturdateien, die du selbst anwendest. Nichts wird ungefragt geändert.
Eine fertige Korrektur anwenden
git apply CLAUDE-SECURITY-<zeitstempel>/patches/F1.patch
Wo das Ergebnis landet. Jeder Durchlauf legt einen Ordner mit Zeitstempel in deinem Projekt an. Darin liegen genau drei Dinge: CLAUDE-SECURITY-RESULTS.md zum Lesen, mit Schweregrad, Auswirkung und einem konkreten Vorschlag je Fund. Dazu dieselben Funde als Maschinenformat und ein Stempel, welcher Stand des Codes geprüft wurde. Der Ordner bringt seine eigene Ausschlussregel mit, du kannst ihn also nicht versehentlich mit einchecken.

Vier ehrliche Hinweise.

Es wird nichts automatisch repariert. Das Video klingt so, als löse das Plugin die Probleme für dich. Genau genommen schreibt es Korrekturdateien, die du selbst anwendest, mit einem Befehl, den es dir danebenlegt. Nichts wird angewendet, nichts eingecheckt, nichts hochgeladen. Das ist Absicht, und es ist die richtige Entscheidung: Du siehst jede Änderung, bevor sie in deinem Code landet.
Das Plugin ist keine Reaktion auf den Vorfall, auch wenn beides zusammen passt. Ich sage das im Video so, aber zeitlich geht es nicht auf: Das Plugin erschien am 22. Juli, Anthropic begann die Untersuchung des Vorfalls am 23. Juli und veröffentlichte am 30. Juli. Anthropic stellt diesen Zusammenhang nirgends her. Zwei gute Dinge im selben Monat, keine Ursache und Wirkung.
Das Plugin läuft mit deinen Rechten, ohne eigene Abschottung. Es liest dein Projekt genau so, wie du es lesen würdest. Für deinen eigenen Code ist das genau richtig. Wenn du dagegen fremden Code prüfen willst, den du nicht einschätzen kannst, empfiehlt Anthropic ausdrücklich, die ganze Sitzung vorher abzuschotten. Ausgerechnet dieser Punkt ist der Kern der Geschichte oben.
Zwei Durchläufe finden nicht dasselbe. Das steht so in der offiziellen Anleitung. Ein Durchlauf ist keine Garantie, dass dein Projekt sauber ist, sondern eine Stichprobe mit hoher Trefferquote. Regelmässig laufen lassen bringt deutlich mehr als einmal gründlich. Und es ersetzt laut Anthropic keine der etablierten Prüfungen, es ergänzt sie.
Ein Durchlauf zählt auf dein Nutzungslimit, und zwar spürbar. Das Plugin selbst ist kostenlos und offiziell, aber die Agenten arbeiten in deiner Sitzung. Anthropic warnt selbst, dass ein Durchlauf viele Token verbrauchen kann und das Fenster offen bleiben muss, bis er fertig ist. Ein Erfahrungsbericht nennt über 750.000 Token für einen einzigen Durchlauf. Fang deshalb mit "Änderungen prüfen" an, nicht mit dem ganzen Projekt.
Kein bezahlter Plan? Dann gibt es zwei kleinere Wege. Der eingebaute Befehl /security-review prüft die Änderungen in deinem aktuellen Zweig, ohne Installation. Und das Plugin security-guidance von Anthropic läuft laut Doku auf allen Plänen: Es warnt schon beim Schreiben und prüft deine Commits auf über 25 Arten von Lücken. Beides ist weniger gründlich als ein voller Durchlauf, aber deutlich besser als nichts.
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